1882
Der heutige Kreuzweg am Büraberg wurde im Jahre 1882 angeschafft und eingeweiht am 2. Juli des gleichen Jahres durch den damaligen Bischof von Fulda Dr. Georg Kopp, den späteren Kardinal und Erzbischof von Breslau.
Kostenrechnung über die im Jahre 1882 auf dem Büraberge errichteten Stationen:
Mayersche Kunsthandlung zu München für die Stationsbilder mit Rahmen (zu Händen von Philipp Decker, Fritzlar)
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1.312,50 |
Mark
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An Josef Gutheim dahier für 5 000 Stück gebrannte Steine, 100 Stück zu 30,00 Mark
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150,00
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Mark
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Für die Errichtung des wieder abgebrochenen Häuschens an Maurermeister Dippel, Fritzlar
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108,00 |
Mark
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Für 11 400 gebrannte Lehmsteine an Bürgermeister Kraiger, Fritzlar
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258,50 |
Mark
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An Atzung für die Fuhrleute bei Anfuhr derselben an Gabriel Bloch zu Rothhelmshausen
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4,80
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Mark
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Für Anfertigung von 14 Häuschen an die Maurer Dippel und L. Wett von Fritzlar und Lorenz Decher und Justus Eichenberg von Ungedanke |
1.576,00
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Mark
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Für die Drahtgeflechte an F. W. Römer in Hohenlimburg nebst Porto
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26,93
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Mark
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Für die Fertigung von 7 Gittertüren an Schlossermeister Jos. Mette, Fritzlar
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126,53
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Mark
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Für die Fertigung von 7 Gittertüren an Schlossermeister H. Jansen, Fritzlar
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126,53 |
Mark
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An H. Drissel zu Fritzlar für Anstreichen der Inschriftsteine
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35,60
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Mark
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An J. Götze, Schreiner zu Fritzlar für Anfertigung der Kreuze
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14,00
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Mark
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An Justus Eichenberg für Ausgraben um die Häuschen
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4,50 |
Mark
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Summa |
3.743,89
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Mark |
Die Stationen wurden im "Dritten Reich" von Mitgliedern der Hitlerjugend schwer beschädigt. Im Herbst 1952 wurde der "Verein der Freunde des Bürabergs" gegründet, dessen Vorsitzender Schneidermeister Gregor Diederich war und dessen Mitglieder aus Einwohnern von Fritzlar und Ungedanken bestanden. Der Verein besteht auch heute noch. Dieser Verein stellte sich die Aufgabe, die Kreuzwegstationen wieder in einen würdigen Zustand zu bringen, was ihm auch gelang. Im Jahre 1953 wurden sie restauriert und am 20. September 1953 neu geweiht durch Herrn Pfarrer Knauf, Burghaun. Der kirchlichen Feier zur Einweihung des Kreuzwegs schloß sich eine weltliche Feier unter dem Thema " Friedenskundgebung der Heimkehrer und Heimatvertriebenen" an. Sie fand an dem von Toni Faupel, Fritzlar, im Jahre 1947 gestifteten Heimkehrerkreuz statt. Die Restaurierung der Kreuzwegstationen wurde ausgeführt von folgenden Firmen:
- Modellierung: Modellierer Heidenreich aus Obergrenzebach, Krs. Ziegenhain
- künstlerische Ausmalung: Maler Vinzent Bureck, Ziegenhain
- Steinhauerarbeiten: Handwerker Ott, Fritzlar
- Maurerarbeiten: Fa. Schöffler, Fritzlar
- Anfertigung der Eisengitter: Schlossermeister Anders, Fritzlar
- Schreinerarbeiten: Schreinermeister Karl Fölsch, Ungedanken
- Malerarbeiten: Malermeister Ludwig Draude, Fritzlar
Die Gesamtkosten betrugen 3.082,75 DM. Sie wurden von der politischen Gemeinde Ungedanken übernommen. Im Jahre 1964 wurde der schadhafte Zaun um den Büraberg-Friedhof durch die Anpflanzung einer Hecke ersetzt. Am 4.5.72 wurde ein neues Heimkehrerkreuz mit Unterstützung der Heeresfliegerstaffel 2 auf dem Büraberg aufgestellt. Das alte aus dem Jahr 1947 stammende Kreuz mit Holzkern, das damals auf Initiative des inzwischen verstorbenen Fritzlarer Bürgers Toni Faupel aufgestellt worden war, hatte aus Sicherheitsgründen vom Sockel genommen werden müssen. Das neue Kreuz ist eine Stiftung der Fritzlarer Firma Oskar Anders und besteht aus Aluminium mit einem Stahlkern. Fundament und Kern wurden von Einwohnern aus Ungedanken in Selbsthilfe errichtet. Das Kreuz hat eine Höhe von neun Metern und das Fundament die Höhe von einem Meter. Anfang 1972 wurde die St. Brigida-Kapelle auf dem Büraberg renoviert, weil sie bis zur Fertigstellung der neuen Kirche in Ungedanken der Pfarrei als Pfarrkirche dienen soll. Für die dringend notwendigen Arbeiten stellte das Generalvikariat Fulda 32 000,- DM zur Verfügung. Den größten Teil der Arbeiten leisteten die Gemeindemitglieder in Eigenhilfe. Das Kirchlein wurde außen trocken gelegt und isoliert, Dachrinnen angebracht und das Dach des Chorraumes neu gedeckt. Bei der Renovierung des Innenraumes wurden die im Jahre 1928 freigelegten Ornamente und die Schrift wieder überstrichen. Hinter dem Hauptportal der Kirche wurde ein Scherengitter angebracht. Die Kirche wurde mit elektrischem Licht versehen und für die kalte Jahreszeit zwei Ölöfen aufgestellt. Die jetzige Einrichtung mit Altar, Marienaltar, Kanzel, Statuen, Beichtstuhl und dem ausgebesserten und neu gestrichenen Gestühl stammt aus der alten Pfarrkirche in Ungedanken. Ab Sonntag, dem 9. April 1972 (Weißer Sonntag) bis zur Einweihung der neuen Pfarrkirche in Ungedanken wird das sonntägliche Hochamt für die Pfarrei in der St. Brigida-Kapelle auf dem Büraberg gehalten. Vermutlich in der Nacht vom 22. zum 23.11.1972 sind unbekannte Täter in die St. Brigida-Kapelle auf dem Büraberg eingebrochen. Die Diebe brachen gewaltsam die Portaltür und das dahinter befindliche geschlossene Scherengitter auf und richteten erheblichen Schaden an. Gestohlen wurden drei große barocke Messingleuchter, ein etwa 60 cm hohes Altarkreuz, ein Vortragekreuz aus Holz, ein Weihrauchfass und ein Weihwasserbehälter. Der Wert der gestohlenen Gegenstände beträgt mehrere tausend DM. Im Jahre 1972 wurde auch die Christmette in der Bürabergkapelle gehalten. Der Musikverein Ungedanken sorgte für eine würdige und stimmungsvolle Umrahmung der weihnachtlichen Eucharistiefeier. Die Kapelle war bis auf den letzten Platz besetzt. Es war ja auch ein einmaliges Ereignis "Christmette auf dem Büraberg." Seit 1967 fanden im Auftrag des Amts für Bodenaltertümer Marburg/Lahn unter der Leitung von Dr. Norbert Wand, Darmstadt, Ausgrabungen auf dem Büraberg statt zur Erforschung der nordhessischen Ur- und Frühgeschichte.
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